Nau ist die Urmutter des Menschengeschlechts. Aus Liebe zu ihr wird Rëu, der Wal, zum Menschen und zeugt mit ihr Waljunge und Menschenkinder. Nach dieser Schöpfungslegende der Tschuktschen sind Menschen und Wale Brüder.
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Nau ist die Urmutter des Menschengeschlechts. Aus Liebe zu ihr wird Rëu, der Wal, zum Menschen und zeugt mit ihr Waljunge und Menschenkinder. Nach dieser Schöpfungslegende der Tschuktschen sind Menschen und Wale Brüder. Rëu stirbt, ebenso seine Kinder, Enkel und Urenkel, alle folgenden Generationen. Nur Nau überlebt sie, gibt das Wissen von der Abstammung des Menschen und von der Verehrung der Wale weiter. Doch die Achtung vor ihr und vor den Meeresriesen schwindet. Niemand nimmt mehr diese steinalte Frau und ihre unglaublichen Geschichten ernst. Eines Tages brechen die Männer zum Walfang auf. Die Wale ziehen davon, der Todestag der Urmutter Nau naht, Menschen voller Eroberungs- und Machtgelüste stehen vor einem leeren Meer, das einst von Lebewesen brodelte. Diese poetische Schöpfungslegende der Tschuktschen von der ursprünglichen Gemeinschaft von Mensch und Wal, von der Einheit von Mensch und Natur, ist zugleich eine Vorahnung der Fragen und Probleme unserer Zeit.
Stimmen
»Ein ganz zeitloses und ganz gegenwärtiges Buch voller Trauer und Poesie.«
Kieler Nachrichten
»Der Ausdruck Naturbeschreibung ist bei Rytchëus Prosa fehl am Platz, da in ihr Natur nichts Abgetrenntes ist, sondern mit der ganzen Welt zusammenfällt. Es gibt keine Trennung von außen und innen, es gibt nur das scharfe Auge des Erzählers. Es ist etwas ganz und gar Unwiderstehliches in Rytchëus Beschreibung der arktischen Jahreszeiten und Lichtverhältnisse.«
Die Zeit
»Diese Geschichte vermag vielleicht mehr in Bewegung zu setzen als alle ökologisch durchrationalisierten Pamphlete – sie zielt mit all ihren paradiesischen Anklängen direkt auf die wunden Punkte des modernen Umgangs mit der Natur.«
Main-Echo
»Rytchëus ›Wenn die Wale fortziehen‹ vermag vielleicht mehr in Bewegung zu setzen als alle ökologisch durchrationalisierten Pamphlete – die Geschichte zielt mit all ihren paradiesischen Anklängen direkt auf die wunden Punkte des modernen Umgangs mit der Natur und ruft die Leser dazu auf, in Einklang mit ihr zu leben. Denn wenn die Wale erst einmal fortziehen, ist es vielleicht zu spät...«
Dörte Welti, Swiss magazine, Basel
»Zeitlose Literatur, in den beschriebenen Auswirkungen Beklemmungen hervorrufend.«
Weil...die Arktis eine Weltgegend ist, die ich gerne besuchen möchte, um sie zu malen. Juri Rytchëu schildert die Arktis mit der Liebe des Einheimischen, er schildert ohne Verklärung und Sentimentalität das Leben eines Volkes, wie es wohl nie wieder eins geben wird - eine leider verschwindende Kultur.
Zwei Generationen nach »Traum im Polarnebel« brechen zwei Amerikaner auf, die verlorene Welt ihres Großvaters zu suchen. Aber die Tschukotka hat sich dramatisch verändert.
Nach »Traum im Polarnebel« macht Juri Rytchëu erneut eine wahre Geschichte zum Ausgangspunkt eines großen Romans über das Fortleben einer Kultur, die »älter ist als die Pyramiden«.
»Man wollte uns Tschuktschen ins Paradies führen und ließ uns auf halbem Weg stehen. Das haben wir überlebt, also werden wir auch in Zukunft mehr schlecht als recht weiterleben.« Juri Rychtëu
»Rytchëus Erzählung behandelt auf gekonnt-unterhaltsame Weise und mit viel Gespür für kleine Details das brisante Thema der Auseinandersetzung zwischen ’Zivilisation’ und ’primitiver Kultur’, ohne dabei moralisierend den Zeigefinger zu erheben.« Kölner Illustrierte